Allgemeine Rahmenbedingungen der Krankenkassen

Die Krankenkassen genehmigen über Krankenschein nur verhaltenstherapeutische Behandlungen, tiefenpsychologisch fundierte Behandlungen und Psychoanalysen. Üblicherweise werden aber auch schulenübergreifende Ansätze und Methoden in die Therapie einbezogen.

Ich biete Ihnen in dieser Praxis ein kognitiv-verhaltenstherapeutisches Vorgehen als grundlegende Methodik an, orientiert an den neusten wissenschaftlichen Erkenntnissen. Ebenso werden tiefenpsychologische und hypnotherapeutische Techniken sowie EMDR eingesetzt auf Basis einer gesprächstherapeutischen Grundhaltung und einer systemischen Denkweise.

Die Therapieinhalte und -phasen sind abhängig von der individuellen Persönlichkeit, den Wünschen und der gemeinsamen Planung. Jeder Schritt wird zuvor besprochen und wir stimmen gemeinsam das Vorgehen ab.

In einem ersten Schritt klären wir in maximal drei Sprechstunden, welche Beschwerden bei Ihnen vorliegen, wie sie sich entwickelt haben, welche Vorbehandlungen erfolgten, ob eine Psychotherapie angezeigt ist und wenn ja, welches Behandlungsverfahren hilfreich erscheint sowie die Therapieziele. Wir prüfen auch, ob ggf. andere Beratungs- und Unterstützungsangebote für Sie besser geeignet sein könnten oder zusätzlich genutzt werden sollten.

Falls eine Psychotherapie indiziert ist, können wir in den folgenden vier probatorischen Sitzungen Ihre lebensgeschichtliche Entwicklung und weitere wichtige Details klären. Diese Sitzungen sind jederzeit und ohne Antrag an Ihre Krankenkasse möglich. Für weiterführende Sitzungen ist ein Antrag auf Kostenübernahme durch Ihre Krankenkasse erforderlich. Der anonymisierte Bericht, den die Krankenkasse mit dem Antrag erhält, wird verschlossenen an einen Gutachter zur Beurteilung geschickt.

Falls Sie zum ersten Mal eine Psychotherapie absolvieren möchten oder Ihre vorherige ambulante Therapie schon länger als zwei Jahre zurückliegt, kann eine zweiphasige Kurzzeittherapie mit jeweils 12 Stunden unkompliziert beantragt werden, also 24 Stunden insgesamt. Diese Kurzzeittherapie kann bei Bedarf später mit einem Antrag und Bericht vom Therapeuten in eine Langzeittherapie, mit zusätzlichen 36 Stunden als Verlängerung, umgewandelt werden. Die Gesamtdauer der Behandlung richtet sich nach Art und Schwere der Störung.

Sollten Sie innerhalb der letzten beiden Jahre bereits in ambulanter psychotherapeutischer Behandlung waren oder den/die Behandler gewechselt haben, wird ein Bericht des Therapeuten mit Behandlungsplan notwendig, der von einem Gutachter geprüft wird. Die Kostenzusage der Krankenkasse erfolgt nach positiver Stellungnahme des Gutachters.

Das Honorar für meine psychotherapeutischen Leistungen wird über die gesetzlichen Krankenkassen bzw. die Kassenärztliche Vereinigung abgerechnet nach dem einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM), ein Vergütungssystem der vertragsärztlichen bzw. vertragspsychotherapeutischen Versorgung in Deutschland. Bei Privat- und Beihilfeversicherten stelle ich eine Rechnung nach der Gebührenordnung für Psychotherapeuten (2,3fache Satz der GOP) direkt an Sie aus, die Sie bei Ihrer Versicherung einreichen können. Bei Privatliquidation können Sie die Rechnung ggf. als außergewöhnliche Belastungen von Ihrer Steuer absetzen. Kontaktieren sie dafür bitte Ihren Steuerberater.

Bei Privatliquidation wird der 2,07facher Satz der GOP vereinbart.

Beim Kostenerstattungsverfahren muss ein Antrag bei der Krankenkasse gestellt werden. Die Abrechnung erfolgt nach der Genehmigung direkt mit der Krankenkasse sofern Sie eine Abtretungserklärung unterschrieben haben.

Die privaten Krankenkassen und die Beihilfe orientieren sich weitestgehend an den Rahmenbedingungen der gesetzlichen Krankenversicherungen, weichen im Detail jedoch leicht ab. Die genauen Bedingungen müssen vor Beginn der Therapie bei einem zuständigen Sachbearbeiter geklärt werden.

Ich rechne Therapiekosten ausschließlich im Rahmen einer Privatpraxis ab, daher gelten folgende Bedingungen:

Gesetzlich Versicherte

haben die Möglichkeit über das sogenannte Kostenerstattungsverfahren ihre Therapiekosten erstatten zu lassen. Jeder gesetzlich Versicherte hat, entsprechend der Sicherstellungspflicht der Krankenkassen, das Recht die Kosten für psychotherapeutische Leistungen erstattet zu bekommen, sofern er bei mehr als drei Therapeuten vergeblich versucht hat einen Therapieplatz zu bekommen oder die Wartezeiten bei den drei kontaktierten Therapeuten länger als drei Monate dauern. Die gesetzliche Grundlage ist ausführlicher unter „Information zum Kostenerstattungsverfahren“ beschrieben. Erfahrungsgemäß wird das Kostenerstattungsverfahren vorrangig von den Betriebskrankenkassen anerkannt. Dies muss im Einzelfall jedoch am besten mit dem für Sie zuständigen Sachbearbeiter geprüft werden.

Privat Versicherte und Beihilfe-Versicherte

sollten vorher genau die vertraglichen Bedingungen prüfen. Am besten nimmt man dazu Kontakt mit dem zuständigen Sachbearbeiter bei der Versicherung auf und lässt sich schriftlich die Bestätigung der Kostenübernahme und die Antragsunterlagen zuschicken.

Gesetzlich Versicherte mit einer privaten Zusatzversicherung

sollten ebenso genau die vertraglichen Bedingungen prüfen und sich schriftlich die Bestätigung der Kostenübernahme und die Antragsunterlagen zuschicken lassen.

Selbstzahler

Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit als Selbstzahler die Kosten zu tragen. Bei dieser Variante haben Sie folgende Vorteile:

  • keine Wartezeiten
  • kein langwieriges Gutachterverfahren zur Kostenübernahme
  • minimale Formalitäten
  • keine gesetzlich verpflichtende Auskunft gegenüber Versicherungen oder Behörden
  • keine Einschränkungen bei Lebens- und Berufsunfähigkeitsversicherungen
  • Therapie möglich, auch wenn Sie als gesetzlich Versicherter in der zweijährigen Sperrfrist sind (z.B. bei beendeter oder abgebrochener Therapie)

In jedem der hier genannten Fälle werde ich für Sie weitesgehend die notwendigen Formalitäten übernehmen.

Therapeutischer Rahmen

Als Psychologischer Psychotherapeut bin ich von allen Krankenkassen als Behandler für das Therapieverfahren "Verhaltenstherapie" anerkannt und rechne derzeit über das sogenannte Kostenerstattungsverfahren ab. Ab September 2018 werde ich als Kassentherapeut in der Regelversorgung tätig sein.

Ablauf und Dauer

Als Patient haben Sie ein Erstzugangsrecht zum Psychotherapeuten, d.h. Sie können ohne Überweisung eines Arztes in die Praxis kommen. Nur wenn Sie in einem sog. Hausarztvertrag Ihrer Krankenkasse versichert sind, benötigen Sie eine Überweisung Ihres Hausarztes.

Eine Therapiestunde dauert in der Regel 50 Minuten.

Die Dauer einer Psychotherapie kann je nach Beschwerdebild und Zielsetzungen zwischen einigen Monaten und mehreren Jahren betragen. Üblicherweise finden die Sitzungen - zumindest anfangs - im Abstand von einer Woche bzw. 14tägig statt; größere Abstände können aber ebenfalls vereinbart werden.

Bei Verhaltenstrainings bzw. Übungen außerhalb der Praxis beginnt der 50minütige Zeittakt mit Verlassen der Praxis und endet nach Rückkehr in die Praxis. Die zusätzlich anfallenden Kosten (wie beispielsweise Fahrtkosten mit Bus, Bahn, PKW oder Eintrittskosten) müssen auch für den Therapeuten während der Außerhaustermine vom Patienten getragen werden.

Terminabsagen

Psychotherapeutische Praxen sind grundsätzlich Bestellpraxen, die eine vereinbarte Therapiestunde für den jeweiligen Patienten freihalten und diese dann nicht kurzfristig anderweitig vergeben können. Insofern ist diese Regelung für die Terminplanung und zur Orientierung des Therapeuten erforderlich. Sollten Sie einen Termin nicht wahrnehmen können, sagen Sie ihn bitte zuverlässig mindestens 48 Stunden (zwei Arbeitstage) vorher ab. Bei Nichteinhaltung dieser Frist bleibt der Termin für den Patienten reserviert und wird gemäß § 615 BGB als nicht wahrgenommener Bereitstellungstermin, als sog. Ausfallhonorar, in Höhe von 65 Euro privat in Rechnung gestellt, da die Krankenkassen eine ausgefallene Therapiestunde nicht erstatten.

Praxiskommunikation

In dieser Praxis werden zur Terminabstimmung, aber auch im Rahmen der psychotherapeutischen Behandlung (Feedback, Berichte, Buchempfehlungen, Begleitung etc.) digitale Medien genutzt: Email, SMS und WhatsApp.

Datenschutz

Der Schutz Ihrer personenbezogenen Daten ist mir wichtig. Nach der EU-Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) bin ich verpflichtet, Sie darüber zu informieren, zu welchem Zweck meine Praxis Daten erhebt, speichert oder weiterleitet. Dazu liegt in der Praxis auch eine allgemeine Datenschutzinformation aus, der Sie auch entnehmen können, welche Rechte Sie in puncto Datenschutz haben. Für den weiteren therapeutischen Prozess können Sie auch eine Einwilligungserklärung zur personengebundenen Datenverarbeitung unterschreiben. Diese Einverständniserklärung kann jederzeit ganz oder teilweise widerrufen werden.

Gesetzliche Schweigepflicht

  1. Der Therapeut ist verpflichtet, über alle ihm in Ausübung seiner Berufstätigkeit anvertrauten und bekannt gewordenen Tatsachen zu schweigen (J 203 StGB), soweit nicht das Gesetz Ausnahmen vorsieht oder ein bedrohtes Rechtsgut überwiegt.

  2. Die Schweigepflicht des Therapeuten besteht auch gegenüber Familienangehörige des Patienten sowie gegenüber Vorgesetzten und der Krankenkasse.
  3. Wenn mehrere Therapeuten oder Psychologen und Ärzte gleichzeitig den selben Patienten beraten oder behandeln, so sind untereinander von der Schweigepflicht insofern befreit, als der Patient nicht etwas anderes bestimmt.

(Berufsordnung für Psychologen vom BDP 1986, VII-1)

Methodische Grundlagen der Verhaltenstherapie

Die Verhaltenstherapie, die in dieser Praxis als Richtlinienverfahren angewendet wird, soll vor allem menschliches Leiden lindern und die Handlungsfähigkeit erweitern. Sie beinhaltet Veränderungen der sozialen Umgebung und der sozialen Interaktion. Das Ziel ist hauptsächlich die Ausbildung und Förderung von Fähigkeiten. Die Techniken sollen dem Klienten eine bessere Selbstregulation ermöglichen.

Neben der Förderung des Selbstmanagements kann es außerdem um folgende Aspekte gehen:

  • Entwicklung von Stärken
  • unbewusste Möglichkeiten
  • emotionale Prozesse
  • Entdeckung neuer Wege
  • Perspektivenwechsel
  • Verhaltensmuster
  • Innere Achtsamkeit
  • Aktivierung der Selbstheilungskräfte
  • frühe Erfahrungen
  • tiefliegende Grundüberzeugungen und Bedürfnisse
  • Umgang mit chronischen Beschwerden, Handicaps, Enttäuschungen, seelischen und körperlichen Verletzungen

Die Verhaltenstherapie wendet experimental- und sozialpsychologische Ansätze an und legt Wert auf eine systematische Analyse der Effektivität. Die Ziele und Vorgehensweisen werden vertraglich festgelegt. Zudem orientiert sich die Verhaltenstherapie an ethischen Prinzipien. Charakteristisch ist die Konzentration auf gegenwärtige statt auf vergangene Handlungsbedingungen, ohne jedoch die Analyse der Problementstehung zu vernachlässigen. Somit liegt der Schwerpunkt auf beobachtbarem Verhalten und dessen Veränderung. Es wird angenommen, dass Verhaltensweisen erlernt und auch wieder verlernt werden können. Allerdings gibt es auch genetische Unterschiede in der Ausbildung von Störungen.

Information zum Kostenerstattungsverfahren

Es gibt immer weniger Psychotherapeuten, die eine Kassenzulassung erhalten aufgrund der zunehmend eingeschränkten Gesundheitsausgaben der Kassenärztlichen Vereinigung. Daher sind für die Patienten die Wartezeiten oft unzumutbar lang.

Als gesetzlich Versicherter wartet man daher meist drei, sechs oder mehr Monate auf einen Therapieplatz, was bei psychischen Störung nicht verantwortbar ist. Um diese Problematik zu verhindern, ist es möglich, sich die Kosten für Psychotherapeutische Leistungen von seiner Krankenkasse erstatten zu lassen. Bis auf die am Beginn etwas aufwendigen Formalitäten, verläuft eine Psychotherapie nach dem Kostenerstattungsverfahren genauso wie bei einem Vertragspsychotherapeuten. Die langjährige Ausbildung aller Psychologischen Psychotherapeuten, sowie die Qualifikation und die therapeutischen Rahmenbedingungen sind grundsätzlich gleich und unabhängig davon, ob ein Therapeut über die Kostenerstattung oder direkt über die Kassenärztliche Vereinigung abrechnet.

Rechtsgrundlage des Kostenerstattungsverfahrens, zu dem sich bis heute nicht alle Kassen bereit erklären, ist die Sicherstellungspflicht, die alle Krankenkassen erfüllen müssen.

Im Gesetzestext Paragraphen § 13 Absatz 3 Sozialgesetzbuch V (SGB V) heißt es:

„Konnte die Krankenkasse eine unaufschiebbare Leistung nicht rechtzeitig erbringen oder hat sie eine Leistung zu Unrecht abgelehnt und sind dadurch dem Versicherten für selbst beschaffte Leistungen Kosten entstanden, sind diese von der Krankenkasse in der entstandenen Höhe zu erstatten, soweit die Leistung notwendig war.“

Weiter wurde in einem Vergleich vor dem Bundessozialgericht 1997 (BSG Az. 6 Rka 15/97) konkretisiert:

„... es ist die Sache der zur Sicherstellung der Versorgung verpflichteten Kassenärztliche Vereinigung und Krankenkassen, einen Vertragsbehandler zur Verfügung zu stellen, nicht Aufgabe des Patienten, sich einen Platz zu suchen...

... Mehr als drei vergebliche Behandlungsanfragen sind aus fachlichen Gründen und im Sinne des Gebotes einer humanen Krankenbehandlung nicht zumutbar...

... Psychotherapie ist häufig eine schnell erforderliche Behandlungsleistung. Nach den Grundsätzen einer humanen Krankenversorgung ist eine behandlungsbedürftige Erkrankung in der Regel unverzüglich zu behandeln. Mithin sind längere Wartezeiten als sechs Wochen als unzumutbar abzulehnen.“

Ein Anspruch auf Kostenerstattung kann eingeklagt werden.